Sonntag, 24. Juli 2011

Freitag, 22. Juli 2011

Wo wir gerade beim Thema Gott sind...



Diesen Freizeitpark gibt es wirklich! Und zwar in – es könnte kaum anders sein – Orlando Florida.

Meine Lieblingsattraktionen sind:
Nummer 1: Garden of Eden. Recreation of the garden described in Genesis. (Ob man da auch vertrieben wird, wenn man Eintrittsgeld gezahlt hat?)

Nummer 4: Face of Jesus Statue. Jesus watches over you wherever you go. (Und er sieht auch, was du bestellst! Also nicht der Versuchung "Sweet treats" in Nummer 7 – Coffee Shop – erliegen!)

Nummer 14: Holy Communion with Jesus. Re-enactment of the last supper in the upper room. (Wenn das immer wieder stattfindet, ist das letzte Abendmahl jedesmal das vorletzte. Und werden Leute, die die Sache mit Judas Spoilern, rausgeworfen?)

Nummer 18: Whipping Post. Recreation of the place Pilate had Jesus scourged. (Und hier gibt es kein Re-enactment, oder wie? Das wäre doch der richtige Ort für die "Mel Gibson Supershow"!)

Nummer 20: Calvary's Garden Tomb. Visit the replica of the garden tomb where Jesus' body was laid to rest before His glorious resurrection. Spend time reflecting, praying and enjoying our live presentations. (Und das Beste: Am Ende jeder Show darf sich der Zuschauer persönlich devon überzeugen, dass ER wirklich weg ist!)

Wenn ich das europäische Pendant aufbauen dürfte (in Paris oder so...), dann würde es noch folgende Attraktionen geben:
The Passion of Christ. Eine Achterbahn, die die Sinne raubt. Erleben Sie im dreifachen Looping und in zwei Todesschrauben, welches Leid der Herr für uns auf sich genommen hat.

Moses' Wild River. Springen Sie in Ihre Weidenkörbchen und rasen Sie mit Little Moses den Nil hinab!

Lucifer's Downfall. Lassen Sie sich mit dem Teufel ein. Und erleben Sie, wohin das führt. Aus 100 Metern lässt Sie dieser Freefall-Tower vom Himmel in die Hölle fahren.

House of Deadly Sins. 7 Räume. 7 Todsünden. Und kein Entkommen!

Horesemen of the Apocalypse. Ein lustiges Ponyreiten für die Kleinen. Ihr habt die Wahl: Wollt ihr auf den süßen Ponys Antichristus, Krieg, Hunger oder Tod sitzen?

Freitag, 8. Juli 2011

Ist Gott kitschig?

The Tree of Life

Gesehen vor etwa zwei Wochen im Metropolis-Kino Köln, mit einem Freund, der große Bilder gerne mag und daher sehr zufrieden aus dem Kino kam.

Ich musste lange überlegen, was ich zu "The Tree of Life" schreiben will. Denn das neue Werk von Terrence Malick ist einer dieser Filme, über die man sich eigentlich kein Urteil erlauben darf, wenn man sie nur einmal gesehen hat. Das trifft zum Beispiel auch auf fast jeden Kubrick-Film zu, weswegen die – man glaubt es kaum – oft schrecklich schlechte Kritiken bekommen haben, aber später – das weiß man ja – zu Klassikern wurden.

"The Tree of Life" scheint von allem zu handeln. Das Universum wird in aufregenden (ich meine AUF-RE-GEN-DEN) Collagen gezeigt, Vulkane brechen aus, Menschen treffen sich im Himmel oder beginnen zu fliegen, sogar Dinosaurier kommen vor (und zwar der gemeinste Saurier seit dem Velociraptor aus "Jurassic Park" und der bemitleidenswerteste Saurier seit dem Triceratops aus "Jurassic Park"). Wer würde das schon bei diesem Kinoplakat erwarten?


Das Plakat zeigt Brad Pitt, der einen strengen Vater in den 50er Jahren spielt. Einer seiner Söhne fühlt sich zwischen dem Lebensmodell des Vaters und dem seiner gütigen Mutter hin und her gerissen. In der Gegenwart ist der Junge zu Sean Penn geworden und reflektiert seine Kindheit und den frühen Tod seines Bruders.

Es ist die Kerngeschichte des Films, die immer wieder von den spektakulären (ich meine SPEK-TA-KU-LÄREN) Collagen unterbrochen wird. Der Zuschauer wird gezwungen, das Leben der amerikanischen Familie in Bezug zum gesamten Universum zu setzen (wobei man teilweise den Film auch so lesen kann, dass das Universum ein Teil von Sean Penns Gedanken ist).

Der Film schwelgt in Makro- und Mikrokosmen und scheut sich nicht, an die Grenzen den Kitsches zu gehen (okay, zweimal wird die Grenze deutlich überschritten, was ein bisschen weh tut). Beim Zusehen ist man wohl entweder überwältigt (so wie ich) oder verwirrt (so wie die drei Mädels, die hinter mir saßen und irgendwann kopfschüttelnd und kichernd das Kino verließen).

"The Tree of Life" erschließt sich nicht direkt. Während man den Film sieht, scheint er nicht sofort einen Sinn zu ergeben. Doch ich hatte immer das Gefühl, das der Film von einem höheren Sinn erzählt, der sich einem eben nicht sofort erschließen kann (falls er sich überhaupt entschließen kann). So gesehen ist "The Tree of Life" ein Film über Gott (Ich gebe zu, dass das angesichts des Titels eigentlich keine allzu große Erkenntnis ist, aber es ist die einzige, die ich sicher aus dem Film mitnehme).



Aus Filmemacher-Sicht kann ich nur darüber staunen, wie es Malick schafft, all die großen Bilder und Perspektiven zusammen zu halten. Denn "The Tree of Life" ist trotz seiner überbordenden Erzählweise ein dichter Film – er zerfasert nicht und ist sehr klug komponiert.

Wie viel der Film über Gott, das Leben, das Universum und den Sinn hinter all dem erzählt, und ob es sich um einen guten Film handelt, weiß ich noch nicht so recht. Wie gesagt, ich glaube, man muss "The Tree of Life" öfter als einmal sehen, um ihn wirklich beurteilen zu können. Ich vermute aber, dass der Film dem Zuschauer das mit auf den Weg gibt, was jeder individuell für sich bereit ist, mitzunehmen. Und das ist bei Gott ja irgendwie genauso.