Freitag, 3. September 2010
Mitten in der Stadt
Sonntag, 29. August 2010
Ein ganzes Kinoblog in einem Post
Es ist viel nachzuholen. Viel aus dem Kinobereich. Und zwar so viel, dass es nicht in einen Post passt. Daher gibt es heute das Blog im Blog.
Prolog
Das schönste und eleganteste Logo, das jemals vor Kinofilmen zu sehen war, ist meiner Meinung nach das von Universal aus den 90ern. Das kann aber leider nicht eingebettet werden. Aber da auch ein vernünftiger Mini-Kinoblog mit einem Logo anfangen muss, kommt hier das (ebenso meiner Meinung nach) zweitschönste Logo, das jemals vor Kinofilmen zu sehen war. Es ist die (ihr wisst schon: meiner Meinung nach) noch coolere Version des klassischen 20th Century Fox-Logos.
Zwei Dinge, die ich im Kino vermisse
1) Den Vorfilm! Bitte bringt ihn zurück! Der Mini-Kinoblog bekommt jedenfalls einen:
2) Den Eisverkäufer, der mit seinem Bauchladen zwischen Trailershow und Hauptfilm in den Saal kommt. In Köln habe ich den noch nie gesehen, in Aachen gibt's den noch. Im Ernst: Mindestens die Hälfte aller Kinobesucher springt auf, wenn es Eis gibt - was ein Umsatz! Ich wette, den Filmpalast am Ring würde es noch geben, wenn die auch Eis im Kinosaal verkauft hätten.
Filmkritik 1: Erinnerung an eine Geschichte
Micmacs
Gesehen im: Off Broadway, Köln, 18. August, 20.45 Uhr
Gesehen mit: Freundin, Freundin von Freundin und literweise Regen vor der Tür
"Micmacs" ist keine Geschichte, sondern die Erinnerung an eine Geschichte. Irgendwie kam mir der Film so vor, als würde er die Version der Ereignisse zeigen, wie sie die Hauptfigur als alter Mann in Erinnerung haben würde. Die ist ein freundlicher junger Kerl aus Paris, der eine Kugel in den Kopf bekommt, obdachlos wird, sich mit anderen Obdachlosen anfreundet und mit denen zusammen zwei vertrottelten Waffenfabrikanten den Kampf ansagt.
Obdachlosigkeit, Waffenhandel, Krieg in Afghanistan... In "Micmacs" kommen einige schwere Themen vor. Trotzdem ist der Film sehr leicht (viel zu leicht) erzählt. Die Obdachlosen haben keine Sorgen und sind zufriedene Vagabunden, Waffengeschäfte werden von Karikaturen erledigt. Alles wirkt so, als würde jemand nach vielen Jahren von seinem aufregenden Abenteuer erzählen und die dreckigen Details in seiner Erinnerung ausblenden.
Etwas anderes ist in einem Film von Jean-Pierre Jeunet eigentlich auch nicht zu erwarten. Immerhin ging es bei ihm auch im sehr humorlosen Alien-Universum lustig zu. "Micmacs" schlägt stark in die Amélie-Kerbe. Doch dort passte die Leichtigkeit, ging es doch um eine charmante kleine Liebesgeschichte. Hier stößt die Naivität ein wenig sauer auf. Aber selbstverständlich macht er Film eine Menge Spaß. Die Vielzahl von kleinen lustigen Einfällen ist beneidenswert. Noch nie wurde beispielsweise ein Pin-Up-Kalender witziger inszeniert als hier...
Satz, den ich niemals mehr vor einem Kinofilm hören will
"Immer wenn ich in Köln bin, sehe ich dich auf der Leinwand. Was soll das?"
Filmkritik 2: Der Filmstudenten-Plot
Vincent will meer
Gesehen im: Rex am Ring, Köln, 28. August, 19:10 Uhr
Gesehen mit: Allein mit dem Geruch der Großstadt in der Jacke
In "Vincent will meer" wird's durchgezogen: Vincent will die Asche seiner Mutter ans Meer bringen. Vincent ist am Tourette-Syndrom erkrankt, das ihn zwingt, ständig Schimpfwörter zu brüllen (im amerikanischen Fernsehen würde er wohl nur Pieplaute von sich geben). Zusammen mit einem magersüchtigen Mädchen und seinem zwanghaft reinlichen Zimmernachbarn bricht er aus dem Therapiezentrum aus, um die Asche seiner Mutter... Das hatte ich ja bereits erklärt. Verfolgt wird das Trio von Vincents Vater, einem Politikerklischee, und der Heimleiterin, einem Heimleiterinnen-Klischee. Die Handlung entwickelt sich sehr vorhersehbar und mündet in einem leicht unbefriedigendem Ende.
Doch der Film macht zwei Dinge richtig: Die drei Hauptfiguren sind komplex genug erzählt, um den Plot in den Hintergrund zu drängen und den Film aufzuwerten. Außerdem hat "Vincent will meer" einen tollen großen Moment, der rechtfertigt, dass der Film im Kino läuft. (SPOILER: Ich meine damit die Szene, in der ein unsichtbares Symphonieorchester dirigiert wird und nicht die seltsame Gipfelbesteig-Sequenz, bei der ich das Gefühl hatte, dass sie in erster Linie drin ist, weil die Filmemacher mal mit dem Green Screen spielen wollten.)
Once upon a time in a galaxy 15 seconds away...
Die Idee ist brillant. Und sie hat einen Emmy bekommen. Auf der Seite Star Wars Uncut gibt es eine ganz spezielle Version vom Ur-Star Wars zu sehen. Fans waren aufgefordert, jeweils 15 Sekunden des Films nachzudrehen - egal wie und mit welchen Mitteln. Die einzelnen Clips wurden aneinandergeschnitten, so dass eine fantastische Anarcho-Version des Films entstanden ist, bei der man immer wieder staunt, mit wie viel Fantasie man 15 Sekunden füllen kann. Den kompletten Film gibt es hier. Einen Ausschnitt gleich hier:
Filmkritik 3: Traurig lustig
A Serious Man
Gesehen im: Rex am Ring, Köln, 28. August, 21:40 Uhr
Gesehen mit: Allein mit einer Plastiktüte zwischen den Beinen
Es geht um einen jüdischen Amerikaner, der 100 Minuten lang eine Hiobs-Botschaft nach der nächsten bekommt. Das ist lustig. Und traurig. Und macht aggressiv. Und ist faszinierend. Und hat anscheinend sehr viel mit der jüdischen Kultur und der jüdischen Attitüde zu tun. Doch über beides weiß ich zu wenig, um mich darüber vernünftig äußern zu können. Ich kann aber sagen, dass "A Serious Man" ein unglaublich kluger und großartig ausgedachter Film ist. Und ich kann nur fassungslos darüber sein, dass die Coen-Brüder einen brillanten Streifen nach dem nächsten drehen.
Aus dem Drehbuchautoren-Alltag
Eine Lektion, die ich beim Drehbuchschreiben in dieser Woche zum wiederholten Male gelernt habe: Wenn man krampfhaft überlegt, wie man die Figuren an einen bestimmten Punkt bringt, sollte man sich fragen, ob sie an diesen Punkt überhaupt wollen. Zum logischen Punkt in der Story kommt man, wenn man die Figuren das tun lässt, was sie logischerweise tun müssen. Allen Nicht-Autoren sei gesagt, dass das oft viel schwerer ist, als man denken könnte.
Filmkunst in 4 Minuten
Am Freitag ist das neue Album von "Wir sind Helden" erschienen. Darauf befindet sich auch dieses Lied, das in 4 Minuten die Handlung von etwa jedem zweiten deutschen Film der letzten zehn Jahre wiedergibt (ab 2:06):
Filmkritik 4: Nur ein Virus? Das haben schon andere vor dir geglaubt - jetzt sind sie tot
The Crazies
Gesehen im: Rex am Ring, Köln, 29. August, 0:10 Uhr
Gesehen mit: Allein mit einem kuschelnden und kreischenden Paar neben sich - Mitternachtskinostimmung deluxe
Das Plakat deutet darauf hin, dass "The Crazies" der 23423947123982734. Aufguss der altbekannten Zombie-Film-Story (Virus, Untote, schreiende Frauen) ist. Es zeigt einen schlurfenden Zombie mit einer blutverschmierten Mistgabel. Auch dass der Film das Remake eines Romero-Streifens ist, bestätigt die These. Doch "The Crazies" ist mehr. Zwar gibt es hier auch das Virus, die Untoten und schreiende Frauen, doch überraschenderweise sind nicht die Zombies die eigentliche Bedrohung. Das habe ich so noch nie in einem Zombie-Film gesehen - wahrscheinlich, weil ich das Romero-Original nicht kenne. Über die Story darf ich nichts verraten, da jeder Satz ein Spoiler wäre. Aber ich kann nur jedem empfehlen, den Film anzuschauen. Denn "The Crazies" ist der beste Horrorfilm des Jahres (wobei das Jahr erschreckend arm an guten Horrorfilmen ist).
In dem Film wird fast alles richtig gemacht: Die Figuren sind gut erzählt, so dass man sich Sorgen um sie macht. Immer, wenn man glaubt, die Handlung vorhersehen zu können, passiert etwas schlimmeres als das, was man vorhergesehen hat. Hinter der Spannung versteckt sich leichte Gesellschaftskritik, so dass der Grusel Tiefe bekommt.
Eigentlich hätte ich in die Positiv-Liste gerne noch den Punkt aufgenommen, dass die Herkunft des Horrors nicht geklärt wird. Doch leider wir am Ende ein klein wenig zu viel erklärt und der Horror dadurch ein wenig entzaubert. In der Negativliste findet sich sonst nur noch ein Punkt: Ich kaufe nicht, dass das Blondchen, das die Hauptrolle spielt, eine Ärztin ist.
Der Rest hat mich geflasht.
Epilog
Sorry, kein Mini-Kinoblog in diesem Blog ohne Spielberg. Dieses YouTube-Video ist ein Autogramm 2.0, würde ich sagen:
Sonntagsbüdchen (7)
Ach ja, es ist ja auch noch Sonntag. Daher heute Büdchencontent, der zu Thema passt:
Freitag, 27. August 2010
Warum sich dieser Blog zur Zeit nur langsam füllt
- Superhelden
- Rhein-Nebenflüssen
- Russischen Detektiven
- Bonn
- Traurigen Hunden
und
- Zwei fatalen Femmes
Schon bald füllt sich der Blog mit
- Lustigen Leuten aus Paris
und
- Lustigen Leuten im All
Dienstag, 24. August 2010
Sonntag, 22. August 2010
Sonntagsbüdchen (6)
Gemischte Tüten gibt es hier im FC Kiosk
Auch Kippen, Bier und Schnaps, ihr braucht Alk, das Büdchen hat's
Er ist hervorragend sortiert, der FC Kiosk
Freud oder Leid, Zokunft un Verjangenheit
wird diskutiert im FC Kiosk
Man kommt gern hierher zoröck - jeder Kauf bringt neues Jlöck
ein Büdchen, das verbingk - FC Kiosk
Mer Schwöre Dir he op Treu un op Iehr:
Mer stonn zo Dir FC Kiosk
un mer jon zo Dir wenn et sin muss durch et Füer
kaufen immer nur bei Dir FC Kiosk!
Jung oder alt - ärm oder rich
alle kaufen ein im FC Kiosk
Ob dick oder dünn - alle komm' hierhin
hier findet's jeder stark - FC Kiosk!
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Samstag, 21. August 2010
Hoffentlich ist es im Himmel doch so schön wie hier...
Einer der ganz großen Kulturschaffenden dieses Landes ist tot. Jeder, der es noch nicht getan hat, sollte dieses Buch von ihm lesen. Die Geschichte, die darin steht, hat seit heute leider kein offenes Ende mehr.
Freitag, 20. August 2010
Perlen in und aus der Provinz (9 & 10)
Heute ist meine Zeit als Provinzschreiber für die Kölnische Rundschau beendet. Das bedeutet leider auch, dass es die Provinzperlen in diesem Blog nicht mehr geben wird (okay, vielleicht lässt sich auch die ein oder andere Provinzperle in manchem Kölner Karnevalsverein finden - aber das wäre nicht das selbe).
Zum Abschluss gibt es aber immerhin eine Doppelfolge, so dass die Serie standesgemäß zu Ende geht.
Folge 1 - Eine historische Provinzperle
Meine letzte Geschichte für die Lokalredaktion handelt vom enteigneten Bedburger Rathaus, das ich schon einmal hier thematisiert habe.
Beim Lesen von Unterlagen aus dem Stadtarchiv bin ich auf eine ganz erstaunliche Form der Vergangenheitsbewältigung gestoßen. Ein Mann, der mit anderen Nazis in der Reichskristallnacht durch das Haus der Familie Franken (das heutige Rathaus) wütete - und natürlich nichts anrührte sondern nur den anderen bei der blinden Zerstörungswut zusah - sagt 50 Jahre später:
"Eine Köchin wollte sich mit einem Kochlöffen wehren. Da haben die SA-Leute den Alten Fritz von der Wand gefegt und haben das Bild auf die Köchin geschlagen, so dass sie ,eingerahmt' da stand."
Damit es in der Erinnerung alles nicht mehr so schlimm erscheint, stelle man sich den Überfall also wie eine lustige Dick-und-Doof-Slapstickeinlage vor.
Folge 2 - Der Abschied
Aber ich will Bedburg und sein Schwesternstädtchen Kaster nicht mit einer so finsteren Anekdote verabschieden. Denn in den letzten zweieinhalb Monaten habe ich mich im Schlossstädchen wohl gefühl und bin sehr herzlich aufgenommen worden. Ich denke trotz mancher Provinzperle, dass man sich hier als Lokaljournalist gut einrichten kann.
Daher zum Abschied eine kleine Wohlfühl-Collage für Bedburg und Kaster in den rotstichigen Farben des Heimatfilm-Jahrzehnts. Sie bekommt den Heimatfilm-Titel:
